Roter Engel

Ich schlafe zufrieden in einer roten Wolke und warte bis jemand vorbeikommt und mich aufweckt. Aber eigentlich will ich gar nicht aufwachen. Es ist so schön hier. Alles so weich und duftend rot. Mein Gesicht zerfließt ganz langsam und vereint sich mit meiner Umgebung.

Marion Lucka: Ölgemälde „Roter Engel“ 70 x 80 cm (2006)

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Kunstnacht 2017

Morgen am 29. April findet in Selb die Kunstnacht ab 17 Uhr statt. Meine Ausstellung „Rote Bildergschichten“ ist im Modewerk- Viania Dessous bis 23 Uhr zu besichtigen.

Marion Lucka: Ausstellungsaufbau im Modewerk-Viania Dessous (28. April 2017)

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Rote, sitzend

 

Marion Lucka: Ölgemälde „Rote, sitzend“ 100 x 120 cm (2006)

Seit vielen Jahren sitzt sie da, in der Hitze. Sie wartet. Ihre Haut ist rot und heiß, wie auch ihre Umgebung. Der Kopf ist weich, die Haare verbannt. Sie wartet auf Antworten, die sie ihrem umgekehrten Antlitz vor vielen Jahren gestellt hat.

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Sanfter Engel

 

Marion Lucka: Ölgemälde „Sanfter Engel“ 90 x 130 cm (27. Mai 2000)

Es ist Mai. Bald fliege ich fort, obwohl mein Farbkleid noch nicht fertig ist. Es wird Zeit, dass ich warme Mailuft schnuppere. Schon viel zu lange stehe ich hier in der Kammer, die so luftleer ist. Endlich mag ich draußen Blumen riechen, die meine Farben tragen. Alles ist beschwingt, sanft und aufregend orange-rot. Nur die gelbe Sonne im Hintergrund fehlt noch. Ich bekomme sie später, damit ich mich noch wohler fühle. Ich träume davon wie es sein wird, wenn mein Farbkleid fertig ist und es locker im angenehmen Frühlingswind weht. Ich verlasse mich jetzt, weil ich weiß, dass ich hinterher die richtigen Farben bekomme, auch wenn ich nicht da bin. Abwarten und in den Tag und in die Nacht hinein träumen werde ich jetzt. Dann verwandle ich mich mit den letzten Pinselstrichen zum sanften Engel.

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Blutengel

Marion Lucka: Ölgemälde “ Blutengel“ 60 x 100 cm (16. Juli 2001)

Das Gemälde „Blutengel“(Juli 2001) stammt aus einer Zeit, die fast noch altmodisch und relativ ungefährlich war, was sich bald änderte. Zufrieden war man mit dem was man fertigbrachte. Auch war man ruhig. Alles konnte auch etwas länger dauern… Der „Blutengel“steht vor einem blutrot gefärbten Hintergrund. Alles ist dort untergegangen, im Blut. Selber hat er auch keins mehr im Körper und in den hellen Flügeln. Der Zahn der Zeit hat ihn ausgetrocknet und seine Haut falig gemacht. Sein gittriges Herz wird von einer künstlichen Blutsäule, die von zwei Bauchaugen beobachtet wird, mit der roten Flüssigkeit genährt. Durch die zweifarbigen Haare erscheint er jung und alt zugleich. Seine Hände stehen nach hinten um die rote Blutwand aufzuhalten, der linke Fuß ist verdreht.

 

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Dezemberwärme

Marion Lucka: Ölgemälde “ Dezemberwärme“ 70 x 100 cm (2006)

Es ist heiß im Dezember. Ein Paar hat sich Rücken an Rücken zusammengeschmiegt. Eine innere warme Landschaft, die beide beherbergt verbindet sie. Zwei Bäume stehen dort, wie ein Geflecht aus Blutadern. Es liegt kein kalter Schnee über ihrer Beziehung im Winter. Flügel sind ihnen gewachsen, die sie weit wegfliegen lassen, wenn es nötig ist.

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Seelengesicht

Am Donnerstag, den 27. April um 17 Uhr wird die Mitgliederausstellung im Kösseine Einkaufscentrum eröffnet. Dort werde ich mit fünf Bilder dabei sein. Während der Selber Kunstnacht befinde ich mich mit meinen Bildern zum Thema :“Rote Bildergschichten“ von 17 bis 23 Uhr im Modewerk- Viania Dessous. Für beide Veranstaltungen gilt herzliche Einladung.

Marion Lucka: Ölgemälde „Seelengesicht“ 90 x 90 cm (1997)

Sie ist noch da, obwohl sie schon lange weg ist, in einem Grab tief in der trockenen Erde. Keiner denkt mehr an sie, weil es alle, die sie kannten schon lange nicht mehr gibt. Die Zeit ist verflossen, aber die Gesichter mit der Seelen verschwinden nie. Sie hinterlassen einen Abdruck in der Zeit und wechseln die Farben, sind mal schnell, dann wieder langsam. Deswegen kann sie nicht jeder sehen, aber manchmal sieht man sie für einen Bruchteile von Sekunden. Gibt es ihr Seelengesicht in der Nähe? Man kann es fühlen, oder eben nicht, vielleicht weil man Angst hat und nicht sehen will?

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Einhundert Meter

Marion Lucka: Aquarell “ Roter Frühlingsschnee 3″ 9 x 12 cm (21. April 2017)

Heute konnte ich ohne ich mich zum ersten Mal zu Fuß 100 Meter vom Haus entfernen.  Langsam komme ich dem Wald näher und die kleinen Bildchen haben mir über die Zeit hinweg geholfen. Das tun sie schon immer.

Marion Lucka (20 April 2017)

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Roter Frühlingsschnee

Marion Lucka: Aquarell “ Roter Frühlingsschnee 1″ 7 x 11 cm (19. April 2017)

Marion Lucka: Aquarell “ Roter Frühlingsschnee 2″ 8 x 12 cm (20. April 2017)

Alles ist kalt, die Stimmung, das Wetter, die Welt rund ums Haus. Der einzige Blick aus dem Körper geht durchs kalt-windige Fenster.  Es ist weiß mit rot-braun durchwebt. Tropfen, rot aus der Wand. Darüber liegt und schwebt kalt-roter Frühlingsschnee.

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Ostermonntag

Marion Lucka: Blei/Buntstiftzeichnung “ Ostermontag“ 8 x 11 cm (17. April 2017)

Von gestern auf heute entstand eine rötliche Zeichnung. Es ist immer etwas rot-traurig, selbst zu Ostern. Meistens bleibt alles so wie es ist oder wie es eingeführt wurde aus Gründen, die niemand versteht. Der Ursprung bleibt ein Geheimnis. Die Zeichnung zeigt eine Person zu dritt mit Katze und Katzengeist. Sie ist zu viert sehr traurig. Schön ist, dass ich ein Bild für die Kunstnacht ausbessern konnte, die „Rote, sitzend“ von 2006. Zuletzt hatte ich das Gemälde in meiner Ausstellung „Surreal“ in der Kunstgalerie im Alten Rathaus in Schwarzenbach/Saale 2007 ausgestellt.

Marion Lucka: Mit dem Ölgemälde „Rote, sitzend“ (2006) am 17.April 2017

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