Herbstliche

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Marion Lucka: Ölgemälde „Herbstliche“ 70 x 100 cm (2009)

Es sind schon viele Sommer vergangen in ihrem Leben. Jetzt steht wieder ein Herbst vor der Tür. Die rothaarige Frau kommt aus einer anderen Zeit, aus einer früheren. Lässig lässt sie ihren Mantel über die Schultern gleiten. Sie ist barbusig, steht vor einem löchrigen, moosigen Vorhang, und was die Leute von ihr denken, ist ihr egal. Sie genießt mit halb geschlossenen Augen ihr Leben. Ihre Kraft kommt aus dem Bauch, da ist sie sich sicher. Diese kommt wellenförmig vom Nabel her.

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Herbstgeisterfrau

 

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Herbstgeisterfrau“ 60 x 80 cm (2015)

Die Herbstgeisterfrau trägt einen Hut mit dem Geisterfisch, den sie im Sommer im Heilteich gefangen hat. Nun ist er durchscheinend und trocken. Mit ihren großen blauen Augen schaut sie ängstlich nach links. Was sie dort erblickt, ist ihr Geheimnis. Aus ihren Haaren blicken neugierige Augen. Im Hintergrund schwimmen ockerfarbene Fische nach oben. Eine Rose, die über einem Kelch mit Buchstaben schwebt und ebenso eingefärbt ist, schmückt ihr Kleid. Sie ist misstrauisch, aber so mutig, wie sie kann.

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Vogelfreundin

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Vogelfreundin“ 70 x 100 cm (2015)

Die Vogelfreundin unterhält sich gerne mit ihrem Rabenvogel, der sie schon seit ihrer Kindheit begleitet. Wenn er nicht da ist, denkt sie ständig an ihn. Sie füttert ihn, während er auf ihrer Hand sitzt. Das macht sie zufrieden in ihrer längst vergangenen Zeit. Ihr Kleid und ihre weiße Haube erinnern daran.  Hinter ihr ein grüner Himmel, Sonnebäume und das Meer.

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Feigenfrau

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Feigenfrau“ 60 x 80 cm (2016)

Die Feigenfrau hat sich mit ihrer Lieblingsfrucht geschmückt. Es ist die violett gefärbte Feige. Sie blickt zur Seite vor einem Hintergrund aus grün. Auf ihr Haarband hat sie Wünsche geschrieben, die hoffentlich im Herbst in Erfüllung gehen. Aus ihrem Auge und aus der Frisur wachsen in Lieblingsgrün gefärbte Feigenblätter. Sie bilden auch eine Art Halsschmuck, der im Gesicht festgewachsen zu sein scheint. Durch einen Strohhalm saugt sie eine Feige aus.

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Frau mit Hut im August

 

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Frau mit Hut im August“ 70 x 100 cm (2014)

Die üppige Frau mit Obstkorb ist völlig zufrieden in ihrer grün-roten Naturwelt. Sie schließt die Augen, hat die Zeit weggeschoben und in ihrem Lieblingsmonat angehalten. Viele rote Äpfel auf Pflanzenstielen hat sie geerntet. Das Feld geht bis zum Horizont. Die Bäume haben sich durch die Hitze in rote Palmen verwandelt. Der Himmel ist glutrot. Die Frau, die jung zu sein scheint, trägt einen trockenen Sommerhut mit einem Vogelnest. Ihre Finger haben keine Fingernägel, weil sie niemanden verletzen möchte. Am wenigsten den roten lustig flatternden Vogel, der es sich in ihrer Körpermitte gemütlich gemacht hat. Auch ihr Kleid hat sich mit der Natur verbunden, ihre braunen  Zöpfe trägt sie offen.

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Blüten in gelb-violett

 

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Marion Lucka: Ölgemälde „Blüten in gelb-violett“ 70 x 100 cm (2014)

Die Blüten in der Vase mit den verschränkten Armen ergänzen sich durch ihre gegenteilige Farbe. Sie stehen in Verbindung miteinander und haben einen Klang, man sieht das oberhalb der Blütenkelche. Gewellte Strich-Blätter sind elektrisiert. Die Vase steht gemütlich da – man kann auch Füße sehen – und würzt das Wasser.

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Herbstblätterträumende

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Herbstblätterträumende“ 50 x 50 cm (2016)

Sie muss sich ausruhen, die Augen schließen und an nichts anderes denken als an warm getönte Herbstblätter und an den frischen Baum in ihrem Kopf, der neue Gedanken bringt. Es ist alles in Ordung, wenn die Augen geschlossen sind. Alles ist möglich. Dann versteht sie die Sprache der träumenden Vögel. Sie sprechen in Bänden, dabei wollen sie ganz nah bei ihr sein.

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Angst vor der Nacht…

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Marion Lucka: Ölgemälde „Angst vor der Nacht…“ 60 x 80 cm (2012)

…und vom folgenden Tag. Dieser geht zu Ende, die Nacht bricht herein. Sie grübelt und konnte es wieder nicht jedem Recht machen, am wenigsten sich selber. Sie hat es einfach verlernt, oder wusste es nie. Dabei wäre es das Wichtigste. Manche Dinge wollen einfach nicht besser werden, sie bleiben fremd und unergründlich. In der Nacht platzt ihr  der Kopf vom Nachdenken. Die Gedanken fliegen wie rote Bluttropfen aus dem weichen, verletzten Haupt, so schmerzen sie. Der Körper ist wie die Nacht so dunkel, auch die Nachtfalter. Nur einer schaut blutig vom hellen Mantel hervor. Dieser Welt Schwäche und Ehrlichkeit zeigen? Das bedeutet Verlorenheit. Hier überlebt etwas anderes, nämlich das Gegenteil.  Sie blickt ängstlich zur Seite, hält sich an einem dunklen Nachtflugtier fest; weil ein neuer Tag naht und dann wieder die Nacht. Ist sie vielleicht besser als der Tag, wegen der Stille? Das Lebensspiel beginnt von vorne.

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Sommerschöne

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Marion Lucka: Ölgemälde „Sommerschöne“ 70 x 100 cm (2012)

Ob die Sommerschöne wirklich schön ist, muss jeder für sich entscheiden. Schön ist ihre helle Haut, die selten die Sonne sieht. Meistens verlässt sie ihr Zimmer nicht. Sie beobachtet von einem alten Dachfenster die Leute, die achtlos vorbeihuschen. Ihr durchdringender dunkler Blick wird nicht jedem gefallen. Von einem Baumstamm auf ihrer Stirn aus wachsen die grünen Schneckenhaare links und rechts am Kopf. Sie werden von Haarstämmen abgestützt und von drei Augen  bewacht. Außerdem hat sich dort vielerlei Kleingetier eingenistet. Die Lapislazulis ihrer Halskette sind muschelförmig. Das weibliche Kleid trägt schöne Schleifchen in rot und grün. Durch eine Öffnung vorne im Kleid kann man kleine Knöchelchen sehen. Sie muss wohl schon sehr alt sein, obwohl sie keine Falten hat. Draußen würde es ihr nicht gefallen.

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Blonde, liegend

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Marion Lucka: Ölgemälde „Blonde, liegend“ 70 x 100 cm (2013)

Die blonde Frau liegt glücklich verbogen in einer Wiese. Es gibt auch schöne Tage im Leben. Die Haare fliegen davon, wie Flüssigkeit in grünem Öl, auch die großen Fische dahinter. Die Blumen der Wiese haben keine Blätter, nur kelchartige Blüten in gelb-grün-violett-Tönen. Es werden in nächster Zeit schöne Dinge passieren.

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