Blauverfinsterte

Marion Lucka: Ölgemälde „Blauverfinsterte“ 50 x 70 cm (2015)

Die „Blauverfinsterte“ fühlte sich im März letzten Jahres einfach nicht so gut, weil sie merkte, dass es in nächster Zeit nicht besser werden würde. Außerdem hätte jemand  ihren Gesichtsausdruck übermalen müssen. Dazu war sie zu stumm und zu kraftlos darum zu bitten. Aber sie hatte halt dieses Gefühl… Sie musste es aushalten, bis es irgentwann wieder weggeht oder sie zu Staub zerfällt. Es war ihr egal. Nur das Blau um sie herum beruhigte sie in dieser Zeit, der fischige Zustand, irgendwie lauwarm  unter Wasser und dort war sie gern. Frühling ist nicht immer nur schön…bald schwimmt sie wieder.

 

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Tunesische Stadt

tunesische

Marion Lucka: Ölgemälde „Tunesische Stadt“ 90 x 100 cm (1992)

Bevor ich 1992 mit einer Freundin nach Tunesien flog, fing ich kurz vorher mit einem neuen Ölgemälde an. Ich hatte  nur etwas „baumiges“ auf der Leinwand, ein bisschen grau und violett. Mich überfiel plötzlich die Angst, dass es nichts werden könnte. Doch nach meiner Heimkehr ging alles wie geschmiert. Das Land hat mir sehr gefallen und hat mich beeinflusst. Die „Tunesische Stadt“ entstand und ich war froh und vermisste gleichzeitig die schönen wüstigen, heißen Tage.

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Scharlachfrau

scharlachfrau

Marion Lucka: Ölgemälde „Scharlachfrau“ 50 x 60 cm (2004)

Im Frühjahr 2004 wurde ich mit Scharlach 5 Wochen sehr krank , hatte hohes Fieber und das Trommelfell wurde mir am linken Ohr aufgestochen. Gegen Ende der Krankheit begann ich wieder mit dem Malen und dabei enstand das Portrait „Scharlachfrau“, das meinen Zustand sehr gut beschrieb. Noch nie hatte ich mich körperlich so schwach gefühlt.

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Braut

braut

Marion Lucka: Acrylgemälde „Braut“ 50 x 70 cm (1996)

1996 hatte ich eine Phase in der ich mich mit Acrylfarben versuchte. Nach dem unten gezeigten Bild „Zweisamkeit“ malte die „Braut“, die sich aus Verzweiflung mit Brautkleid die Klippen hinunterstürzte. Ich verzichtete dabei auf harmonische Farbübergänge und  das Bild wirkte insgesamt härter als sonst, an den Handgelenken locker wirkende Handschellen, die schwarzen Haare wehten wild davon und Blut trat aus Wunden heraus. Danach war dieses Thema für mich erledigt erstmal und ich hatte ein ziemlich untypisches Bild ins Leben gerufen. Es wirkte hinterher sehr zerrissen auf mich, als ob es gar nicht von mir kam. Aber es hing vor mir auf der Leinwand, so musste ich es wohl gemacht haben. Es hat  mir jedenfalls gut getan und ich malte das, was ich eigentlich selber machen wollte.

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Weinende

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Marion Lucka: Ölgemälde „Weinende“ 60 x 60 cm (2010)

Im Moment schaut es nicht anders aus wie 2010 als dieses Bild enstand. Es ist traurig, es könnte aber auch trauriger sein und noch trauriger. Weinen ist gesund und beruhigt- genauso wie laut lachen, dazu hat man halt nur noch selten einen Grund. Alles sollte man sich verkneifen und einfach nur normal sein, alles verstecken, unter den Tisch kehren. Stolz wird mit Selbstbewusstsein verwechselt und umgekehrt. Warum wurde früher immer besonders zu Mädchen gesagt: „Dummheit und Stolz wächst auf einem Holz“? Wer will schon als stolz und dumm dastehen? Da ist man lieber schön stumm , zieht den Kopf ein, heult leise und verliert das Gefühl für sich selber. Man sollte lieber mal selbstbewusst heulen, schreien, dann wieder laut lachen, alles wie man es selber will, es muss nicht alles positiv sein. Die Traurigkeit gehört auch zum Leben.

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Zweisamkeit

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Marion Lucka: Ölgemälde „Zweisamkeit“ 70 x 90 cm (1996)

So kann es ausschauen, wenn eine Beziehung auseinander geht- jedenfalls auf einem Bild. Man kann so viel besser damit umgehen. Man malt es ohne viel darüber nachzudenken, gibt alle dazugehörenden Gefühle in die Farbe und auf den Pinsel. Wenn man fertig ist, dann tut es gar nicht mehr so weh, weil man noch das Beste daraus gewonnen hat. Bei Gelegenheit schaut man es wieder mal an und ist froh, dass das schon so lange her ist, man hat es überlebt, es bleiben kleine Narben aber es ging weiter und gar nicht  schlecht sogar. Nur anders. Man kann diese Tiefen durchstehen um daran zu wachsen.

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Winterkuss

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Marion Lucka: Ölgemälde „Winterkuss“ 60 x 60 cm (2007)

Der  „Winterkuss“ hat mich schon lange verlassen. Ich erinnere mich aber noch gerne daran. Eigentlich vermisse ich jedes Bild, auch wenn es noch so klein ist. Früher sagte ich immer: „Es ist so wie wenn ein Hund sein Halsband verliert“ Aber manchmal muss man einfach etwas hergeben. Und es ist auch eine Freude, wenn jemand Gefallen darin findet und etwas für sich darin erkennt, sich angesprochen oder sich an etwas erinnert fühlt.

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Rote Sonne

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Marion Lucka: Ölgemälde „Rote Sonne“ 60 x 80 cm (2012)

Leider musste ich heute erfahren, dass meine für Juni geplante Ausstellung „Frauenbilder“ (Kunst in der Provinz) in der Fichtelgebirgshalle wegen der Haushaltssituation der Stadt Wunsiedel abgesagt werden muss. Das finde ich sehr traurig und mein Thema für die diesjährige Kunstnacht in Selb ist nicht ganz abwegig : Düsteres- weil die Welt nicht immer rosig ist“ Das wird wohl stellenweise so werden-leider! Zwar nicht für alle aber für einige. wie`s halt immer war….
Ich zeige hier das Ölbild „Rote Sonne“, weil es mein Gefühl zu diesem Thema im Moment am besten zeigt: Die rote Sonne bedeutet Gefahr und bedroht allmählich….

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Traurige

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Marion Lucka: Ölgemälde „Traurige“ 50 x 50 cm (2013)

Dies ist ein kleines Portrait der amerikanischen Stummfilm-Schauspielerin Theda Bara (1885-1955)
Ich mag die mystische und melancholische Ausstrahlung der Frauen um die Jahrhundertwende.

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Vorahnung im Traum

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Marion Lucka: Zeichnung aus meinem Traumbuch vom 22. Juni 1997, 12 x 15 cm

1997 träumte ich von einem Engel, der sich schützend vor mich stellte, als ein Auto auf mich zu kam. Eine riesige  orange Mango schwebte ruhig am Himmel. Bis dorthin hatte ich keine Ahnung, dass ein paar Tage später- ich fuhr  Mittags mit dem Auto von der Werkstatt heim-als mir ein Auto in einer scharfen Kurve entgegenkam. Ich war wie erstarrt. Es fuhr direkt ungebremst auf meine linke Fahrertür zu. Um Haaresbreite stoppte der Wagen vor meiner Autotür. Der Fahrer stieg aus und entschuldigte sich gleich bei mir.
Der Beobachter im Auto hinter mir nahm mich sogar in dem Arm, weil er das Schlimmste befürchtete. Die Situation löste sich wundersam auf und er sprach von einem Schutzengel, der mir beistand. Aus der Zeichnung in meinem Traumbuch entstand dann ein Woche später dieses Ölbild, das den Engel, gesichtslos mit knallrosa Kleid, die riesige Mango, orange mit Steineinschüssen und das Auto zeigt.

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Marion Lucka: Ölgemälde „Vorahnung im Traum“ 60 x 70 cm (1997)

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