Karfreitag

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Marion Lucka: Ölgemälde „Karfreitag“ 60 x 80 cm (2005)

Am Karfreitag 2005 beendete ich dieses Ölgemälde. Angefangen hatte ich es etwa drei Wochen vorher. Ich hatte wohl Stimmungen dabei aufgefangen, wie man es beim Malen zu gewissen Zeiten tut, auch wenn man sich vorher keine großen Gedanken macht, und mich für ein Frauenportrait entschieden. Es kam diese Frau auf die Leinwand, blickend aus einer südlichen Landschaft, schwarzer Umhang, Körperwunden mit seltsamen Zeichen und entblößter Brust. Frauen sind Begleiter und Zeugen. Jeder hat wohl seine eigenen Ideen und Gefühle beim Anschauen dieser Frau und die Frau wohl auch, wenn sie uns aus dem Bild erblickt: Fragend und verwundert. 2006 gewann ich mit „Karfreitag“ den 1. Preis (Publikumspreis) des Hofer Kunstvereins in der Galerie im Theresienstein.

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Düstervögel mit Obst

 

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Düstervögel mit Obst“ 100 x 100 cm (2016)

Mein neuestes Ölgemälde heißt „Düstervögel mit Obst“ Zum ersten Mal wird es zur 16. Selber Kunstnacht im Modewerk – Factory in zu sehen sein, zusammen mit vielen anderen dunkleren Bildern. Es kann nicht immer alles rosig und hellblumig sein. Es gibt auch andere Zeiten, die durchlebt werden müssen. Und: Es muss ja nicht jedem gefallen, es reicht schon, wenn man etwas spürt. Es geht nicht um gefallen, nur um Gefühl. Es wird kein Hellgelb zu finden sein, aber viel Graues und Dunkles. Auch die länglichen Erdbeeren sind ausgelaugt, der Körper durchscheinend, alles wird immer schwerer in einer Welt des Unverständnisses. Die Düstervögel sind trotzdem interessiert an der Welt der Frau mit dem violetten Gesicht und den geschlossenen Düsteraugen. Sie soll wieder Luft zum Atmen bekommen. Darauf hat jeder ein Recht.

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Außer mir

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Außer mir“ 60 x 80 cm ( 2013)

Manchmal erscheint das Leben so schrecklich, dass man am liebsten aus der Haut fahren möchte und am besten außerhalb des Körpers wäre, wie ein Hauch aus dem Körper gleiten- aufsteigen in den Himmel oder im Meer versinken. Es bleibt nur noch die Hülle, ein dünner Stoff im Wind, der Kopf zusammengeknüllt wie nasses Papier, den  sowieso niemand sieht, nicht mal man selbst. Überall Augen, die sehen und nicht verstehen, außer sich selbst, den leeren Luftblasen entgegen, alles leicht und ungezwungen. Nur zwischen Bäumen ist es anders,keine Verbiegen, man kann stehen, wie man ist.  Aber der leichte Engel fliegt weg, ohne etwas zu vermissen. Auch die Hände werden nutzlos. Wichtig ist die unendliche Luft: Das Schwimmen in der Luft und das Fliegen im Wasser.

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Opferung

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Marion Lucka: Ölgemälde „Opferung“ 50 x 60 cm (1989)

Im Mai 1989 malte ich im Garten das Bild „Opferung“, die Staffelei blieb drinnen. Zum Malen legte ich die leere Leinwand auf einen kleinen Tisch, dann schaute ich was kam. Es war angenehm warm draußen, es ging mir auch gut, und ich dachte an nichts Besonderes. Aber es sollte etwas passieren, das nicht schön war. Es war grausam, aber zu diesem Zeitpunkt  nicht zu verhindern. Da waren Räder auf einem Feld, Blut. Der Himmel ging auf und wurde zu einem großen Tor, durch den Rauch einer dunklen Kerze, die die Frau mit dem blauen Kleid ehrfürchtig trug, den Kopf gesenkt, oder verloren, Haare blutrot. Das Schicksal schlug zu. Es standen schwarze Kerzen auf der frischgepflügten Erde. Zwei Embryos eingeschweißt in zwei Rädern, verbunden mit einer Achse rollten den Berg hinunter. Die Wiese, saftgrün wurde geteilt von einem Bach aus hellem Blut. Der schwere Fuß auf dem Gesicht tat so weh.

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Wüstenkatze

Im Juni 2012 bewüstenkatze012teiligte ich mich an einer Ausstellung der Oberfränkischen Malertage in der Kunstgalerie im Alten Rathaus in Schwarzenbach/Saale. Zwischendurch ging ich mit meiner Tochter Nova in der Nachbarschaft spazieren. Sie war damals 10 Jahre alt. Am Fenster sahen wir eine schöne Siamkatze und waren hin und weg. Ihre blauen Augen beobachteten uns interessiert. Außen am Haus saß eine schöne, kleine, braun-gestromte Hauskatze, die sehr  zutraulich war. Nova sagte gleich: „Die bekommt Kinder!“ Wie sie das sah, ist mir heute noch rätselhaft, weil sie doch so zierlich war. Eigentlich wünschten wir uns schon ganz lang eine, am liebsten eine Siamkatze. Jedenfalls hatte ich vorher schon die Wüstenkatze gemalt – wie ein Vorbote für unsere Katzenbegegnung in Schwarzenbach. Wie es der Zufall wollte, kamen wir mit der Katzenhalterin ins Gespräch. Natürlich hatte Nova Recht, die kleine Katze war schwanger und die Siamkatze am Fenster war ihre Mutter. Nun stand für uns fest, dass wir ein Junges haben wollen und hofften, dass sie so aussieht, wie die Blauäugige, da der Vater ein grauer Kartäuserkater war. Im September holten wir dann das erstgeborene Kätzchen ab und es sah zufällig wie die Großmutter am Fenster aus, so wie wir es uns gewünscht hatten. Für ein Bild kam die kleine Katze zu uns.

Wir haben lange auf dich gewartet. Du bist die Katze aus dem hellgrau-brauen Wüstenland. Wir wollten, dass du zu uns kommst. Nun siehst du dein Spiegelbild in einem lauwarmen Wüstenteich. Du bist da, da gibt es gar keine Zweifel. Der Weg war lang über die trockenen Berge. Noch bewachsen Palmen bewachsen dein Fell. Wir schauen uns gegenseitig neugierig  und glücklich an.

 

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Frau im Blut

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Marion Lucka: Ölgemälde „Frau im Blut“ 50 x 70 cm (2014)

Das Gemälde “ Frau im Blut“ enstand im Januar 2014. Blut tropft auf den Schnee und sonst wohin. Es kommt von oben und bleibt liegen, durchbohrt eine Schicht und tropft weiter, bis nichts mehr kommt. Die Frau hat kein Blut mehr, sie ist mit hellem violett gefüllt, die Haare gefrorene Flügel. Hier ist sie tot, dort lebt sie weiter mit ihrem Kind und dunkler Rose im Arm. Blutkugeln als  Ohrringe, der Mund zugeschnürt. Schneebedeckte Nachfalter fliegen vorbei, ohne sie anzuschauen. Hoffentlich erfriert die Mutter nicht mit ihrem Kind in der Kälte dieses Planeten, auf dem sie gerade lebt. Spürt sie es, wenn sie Lebewesen anschauen? Ich spüre es immer. Manchmal wird es warm, meistens kälter. Alles ist Zufall- aber sie glaubt nicht an Zufälle, sondern an Bestimmung. Es könnte auch eine andere Erde sein, mit anderem Eis und schwarzem Blut, wie alles anders und besser sein könnte, wie die Verständigung unter den Lebenden.

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Frau mit Blätterkrone

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Marion Lucka: Ölgemälde „Frau mit Frühlingskrone“ 60 x 80 cm (2015)

Die „Frau mit Blätterkrone“ enstand im Februar 2015. Da war die Sehnsucht nach den ersten Frühlingsfarben. Der Winter wird als weiße Tränen herausgeschwitzt. Die grünen Äpfel als Sehnsucht nach Frische. Vielleicht ändert sich etwas? Besonders der Frühling macht hoffnungsvoll und zugleich ängstlich vor den eigenen Erwartungen. Die Frau mit der weiße Schneekrone und den hineinwachsenden Blättern schläft vor sich hin und lässt alles auf sich zukommen. Man kann nur  wenige Haarstränen sehen, die einbisschen im Wind flattern. Andere grüne Blätter tanzen um die Krone herum. Heute ist alles Vergangenheit und ein neuer Frühling steht vor der Tür…

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Grauhaarige

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Marion Lucka: Ölgemälde „Grauhaarige“ 60 x 80 cm (2016)

Die „Grauhaarige“ ist soeben fertig geworden. Langsam aber sicher kommen die grauen Haare, die eine Verbindung zum Himmel darstellen. Es ist schon gerecht, dass alle Menschen altern. Es wäre aber auch gerecht, wenn alle nicht altern würden. Aber welches Alter würde man für den Stillstand auswählen? Will man ein Baby bleiben ohne bewussten Input? Die wilde Sturm- und Drangphase würde einen nur auslaugen, oder vielleicht ein weiser Greis, der den ganzen Tag nachgrübelt und doch nichts dazu gelernt hat? Keine Ahnung. Wird schon passen, wie es ist. Es kommen ja immer neue, frische Geister nach, die alles wieder durchmachen müssen um wieder alles zu vergessen und dann wieder anzufangen. Alles ist ein gr0ßer Kreislauf mit Ursache und Wirkung und es ist immer unsicher in welcher Phase man sich gerade befindet. Oder man ist in mehreren gleichzeitig. Alles ist möglich, wir wissen es nur noch nicht.

 

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Apfelmensch

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Apfelmensch“ 100 x 130 cm (1993)

Im Sommer 1993 entstand ein besonders farbiges Ölbild:“Apfelmensch“, der nicht weiblich, auch nicht männlich sondern pflanzlich erscheint.Wenn jemand meint, dass dieses Bild auch düster sei, dann sollte er mal eine andere Schublade anlegen, am besten mehrere. Dieser Mensch ist ziemlich heiter, durch seine andere Hautfarbe positv von seiner Umwelt abgegrenzt und fühlt sich sichtlich wohl mit seinem Apfelkorb. Auch die Dornenkette mit Apfelperle ist bunt und ungefährlich. Die roten Haare in Apfelform stehen ihm sehr gut. Die Stacheln entlang der Arme sind weich und stechen nicht. Nein, normalerweise ist nicht immer alles düster, nur meistens.

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Bedrohte

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Marion Lucka: Ölgemälde „Bedrohte“ 60 x 80 cm (2012)

Die „Bedrohte“ist eine Frau, die mit vielen Dingen aneckt. Sie ist den Leuten unheimlich, weil sie andere Vorstellungen hat und deswegen wird sie gemieden, mit Vorwürfen bespickt und mit schrägen Blicken behaftet. Sie braucht Schutz, den sie durch eine Ring erhält. Sie passt auch nicht in diese Welt, ist überhaupt nicht modern, was sie auch nicht sein will. Es gibt für sie keine Zeit, nur das Gefühl der Bedrohung. Die Zeit, wenn es sie überhaupt gibt, bedroht auch immer wieder, und Zeit heilt überhaupt keine Wunden! Alles wird immer wieder verschoben in eine glatte Fläche, die durch einen schwarzen Tropfen wieder in Bewegung gerät. Der Körper verschmilzt mit dem Hintergrund. Sie hat nicht gelernt sich abzugrenzen von dem Anderen, das immer wieder auf sie einströmt, bedroht durch Gedanken, die eigenen und die der Anderen, die sich wie spitze Pfeile in die nackte Haut bohren, der Hintergrund wird gefräßig.  Aber immer wieder kommt Hoffnung auf Harmonie in ihr hoch.

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