Blickende

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Blickende“ 60 x 80 cm (2009)

Die „Blickende“ von 2009 schaut sich skeptisch über die Schulter. Was ist los? Was habe ich wieder gemacht? Schaut mich nicht so an! Ich sage sowieso nichts, blicke nur hinter mich. Mein Mund ist verschweißt. Ich lebe in meiner blauen Welt. Ist mir egal, was ihr über mich denkt.

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Dolchstoß

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Dochstoß“ 70 x 100 cm (1994)

Ein Beispiel für „blaudüster“ ist das Bild „Dolchstoß“ vom November 1994. Zu dieser Zeit gab es einen großen Umbruch – die Firma, in der ich gerne arbeitete, umgeben von netten Menschen, schloss ihre Türen. Alles schien zu wanken. Der Boden unter den Füßen war plötzlich brüchig geworden. Es kam vorrausehbar aber trotzdem ganz plötzlich, wie ein Dolchst0ß von vorne, der besonders schlimm ist. Die ausgefallenen Zähne bedeuten ebenfalls großen Verlust. Dazu kommt noch, dass die Dolchspitze mit einem augefallen Zahn bestückt ist und von solchen angeschoben wird…

 

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Hochsommer

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Hochsommer“ 90 x 100 cm (August 1997)

1997 war zwar ein heißer Sommer aber dafür ein ganz fürchterlicher. Ansatzweise erinnere ich mich daran, obwohl ich das meiste versucht habe zu verdrängen. Das Ölgemälde „Hochsommer“ spiegelt die Stimmung von damals wieder. Es zeigt eine Person, weder männlich noch weiblich, ausgefallene Haare, die in die Luft geht, auch die Augen, die sie beobachten, gehen mit hoch. Immer wieder will sie ihr Spiegelbild wegdrücken und stiert mit aufgerissenen Augen nach oben – wie weit wird es gehen? Komme ich wieder runter? Unten sieht man eine Schneelandschaft und spitze Häuserdächer. Das Landen wird kein Vergnügen werden, kalt und gefährlich… Seit 1998 zum ersten mal wieder zu sehen zur Selber Kunstnacht am 16. April 2016. Das Bild ist für mich „rotdüster“.

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Anderer Tag im November

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Anderer Tag im November“ 100 x 110 cm (1998)

Zur Zeit ist Frühling gepaart mit Novemberstimmung. Vielleicht ist es aber garnicht so? Für jeden erscheint es anders. Mir kommt es halt so vor. Deswegen habe ich den „Anderen Tag im November“ von 1998 mal wieder in mein Gedächtnis gerufen. Zur Zeit suche ich die Bilder für die Kunstnacht zusammen und habe  die Qual der Wahl. Das Bild stammt noch aus den 90ern und damit aus einer anderen Zeit irgendwie. Das Wesen auf dem Gemälde wollte sich wohl selber noch einmal auf die Welt bringen, was sehr qualvoll war. Eine Selbstgeburt sozusagen.

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Abschied im Herbst

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIm Oktober vergangenen Jahres wurde unser guter tierischer Nachbar von einem Unbekannten mit dem Auto überfahren. Das finde ich übrigens auch sehr düster: Einen Hund überfahren und nicht stehenbleiben. Was sind das für Menschen? Wir waren sehr traurig. Er war der einzige wahre Freund hier in dem kleinem Dorf. Er hat mich oft beim Spazierengehen im Wald begleitet oder er hat vor dem Teich gewartet, bis ich mit dem Schwimmen fertig war. Ich sehe ihn heute noch am Staßenrand liegen und schlafen. Mit dem Bild „Abschied im Herbst“ habe ich mich auf meine Weise von ihm verabschiedet und ihm ein Bild gemalt für seine gute Reise in den Hundehimmel.

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Verlust

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Marion Lucka: Ölgemälde „Verlust“ 70 x 100 cm (2013)

Am 16. April findet die 16. Selber Kunstnacht statt. Meine Ausstellung befindet sich im Modewerk im Factory in und ist von 17 bis 23 Uhr zu besichtigen. Mein Thema lautet dieses mal: „Düsteres, weil die Welt nicht immer rosig ist“. Letztes Jahr hatte ich dort träumende Frauen ausgestellt. Jetzt schaut es mal wieder nicht so heiter aus. Alles ist im Wechsel und im Grunde kann man machen was man will, es wird nie jedem passen. Jeder fühlt sich zu verschiedenen Zeiten von unterschiedlichen Dingen angesprochen, deswegen habe ich mir das Thema aus einer Stimmung heraus gegeben. Wenn man ehrlich ist, muss man zugeben, dass man nicht immer lachen kann. Manchmal muss man halt sehr über alles nachdenken und das Schöne kann dann auch mal auf der Strecke bleiben. Deswegen bleiben die bunten Frauen und Blumen vom letzten Jahr zu Hause. Düster bedeutet aber nicht, dass alles schwarz und mausgrau ist. Es gibt auch Helles, Blaues und Rotes, welches dunkel erscheinen kann. Für mich kann ein knalliger Auerochse auf der Alm auch gruselig wirken, oder Leute die in eine Bratwurst beißen, das fünfte Bier in der Hand mit Zigarette, Dauergrinsen im Gesicht und danach noch einen blutrünstigen Film anschauen. Was ist denn so schlimm, wenn auf einem Bild mal ein Bluttropfen erscheint? Das ist doch Pipifax im Gegensatz zu dem, was sonst so passiert, zum Beispiel auf der Welt! Oder Totenschädel! Die meisten haben doch mindestens einen im Garten vergraben… Bei dem Ölbild „Verlust“von 2013 kamen mir Gedanken über jegliche Art von „etwas verlieren“ in den Kopf, wie etwa das Fehlen  der Vergangenheit, von Zuwendung, Nähe, Freude, Verständnis, aber das gleichzeitige Dasein von Disharmonie und Verirrung von vielen Gedanken und Taten, die sich irgentwann auflösen und trotzdem nachwirken. Bis Mitte 2013 gab es das Jahr der unschönen Begegnungen und Vorkommnisse. Aber jede Prüfung bringt einen weiter, auch wenn es hier so erscheint, dass man sie nicht bestanden hat. Vielleicht geht es jetzt denen schlechter, die damals gegenüber auf der besseren Seite  saßen. Die Zeit heilt leider keine Wunden, sondern legt nur Zeit darüber, und ab und zu gibt duchlässige Zeitlöcher…

 

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Vogelgesicht

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Vogelgesicht“ 50 x 60 cm (1991)

Das „Vogelgesicht“ enstand im Mai 1991, da hatte ich gerade eine neue Wohnung bezogen. Ich saß dabei an einem der drei großen Dachfenster, in einem Zimmer, das mir damals so vorkam, wie ein Cockpit in einem Raumschiff. Es war das erste Ölbild, das ich dort malte. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, weil ich mich erst umgewöhnen musste. Von einem Dorf in ein anderes ziehen war gar nicht so einfach für mich. Aber anscheinend ging es mir recht gut, weil das Bild die Frühlingsstimmung so gut einfing. Die Kombination Gelb-Grün verwende ich nicht so oft. Wahrscheinlich floss das Zwitschern der vielen Vögel auf dem Dach mit in das Bild ein, und das erste Gesicht auf dem ersten Bild in diesem Raum schaute mich mit einem lächelnden grünen Blättermund an. In der Mitte konnte ich hinterher einen Engel im weißen Kleid mit violetten Flügeln erkennen. Es wirkte hoffnungsvoll auf mich.

 

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Frau mit roten Federn

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Frau mit roten Federn“ 60 x 80 cm (2016)

Die Frau mit roten Federn ist gerade fertiggeworden. Ihr Zustand wird so beibehalten. Man könnte sie natürlich noch verändern, aber sie will anscheinend so sein. Sie wollte wieder ein bisschen Grün haben, besonders in den Haaren, auch sollten Bäume dort und am Hals wachsen. Da sie gerne Katzen mag, trägt sie eine schwarze mit roten Augen. Die Fische sind Geisterfische, die versuchen zu laufen. Alles ist noch langsam, ein stiller Beobachter von hinten. Doch der rote Halbmond wird bald voll sein, dann wird vieles wieder farbig erscheinen. Die Gesichterhand schaut entspannt, die rote Feder lebt.

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Wiedergeburt

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Marion Lucka: Ölgemälde „Wiedergeburt“ 70 x 90 cm (1986)

Die blonde langhaarige Frau trägt ein Ei am Ohr. Sie ist gerade gestorben. Sie weiß es aber nicht. Sie fiel urplötzlich in den Zustand des ewigen Schlafes. Sicherlich war es ein Unfall, davon zeugt die Kopfwunde. Fast zur selben Zeit muss jemand anderes gehen- auch aus dem Leben gerissen. Aber niemand hat Schuld, auch nicht die Frau, die es hätte verhindern können. Nur eine Sekunde der Unachtsamkeit und es ist soweit. Noch sind ihre Augen geschossen, sie hat Flügel. Aber bald wird sie aufwachen in dem neuen Embryo, das schon in der blauen Blase wartet, und den Fluss und den Mann sehen kann, der schon oft da war, aber nie richtig gelebt hat. Die kleinen Einzelboote stehen bereit, um damit die vielen Flüsse des Lebens und Sterbens zu überqueren. Das Licht erscheint dort grau-gelb, die Dunkelheit wird verschoben.  Andere Sterne sind da, die auch immer wiederkommen.

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Kalte Pfeile

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Marion Lucka: Ölgemälde „Kalte Pfeile“ 70 x 100 cm (2009)

Überall sind kalte Pfeile unterwegs. Die Kunst besteht darin, ihnen soweit es geht zu entkommen, oder man sendet zum eigenen Schutz selber welche aus. Die Frau auf dem Ölbild „Kalte Pfeile“ (2009) hat stachlige Beine und Brüste, Blüten eingeritzt in die Oberschenkel. Der Unterkörper aufgerissen mit  sieben Planeten und Wasser verbunden. An ihren Armen sind  die kalten Pfeile wie Äste angewachsen. Diese will sie aussenden, was leider nicht geht, da sie festsitzen auf den Ästen. Die Pfeile könnten auch spitze Pilze sein, die kalt-giftig wirken. Pfeile wachsen am faltigen Hals. Doch es ist keiner in der Nähe, den sie treffen könnten, weil sie es ja nicht will. Sie will nur in Ruhe gelassen werden. Ein rotes Kreuz im Wasser zeigt, dass sie hofft. Aber sie musste sich wehren, besonders gegen böse Worte. Langsam prallen sie an ihr ab, die Worte und die Pfeile, alles nur Nonsens, blöde Machtkämpfe, die niemand braucht. Wo ist die Toleranz geblieben? Die gibt es im Grunde nirgens. Überall nur Pfeile, selten neutral.

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