Sommeranfang

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Gestern hat der Sommer 2016 begonnen. Die grün-blaue Zeit ist da.

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Marion Lucka (22. Juni 2016)

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Weiße Schlange

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Weiße Schlange“ 80 x 100 cm (1993)

Die weiße Schlange beschützt ihren Baum über- und unter Wasser. Eine Treppe führt zum großen Stern und zurück. Man kann dorthin schlafwandeln. Ein Mann beschwört abwechselnd ein weiß- und ein schwarz brennendes Feuer. Die Hörkugeln nehmen jede kleinste Schwingung auf. Es ist laut und leise zugleich in dieser orange-blauen Welt.

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Düstervögel und Obst

 

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Düstervögel und Obst“ 100 x 100 cm (2016)

Die düsteren Vögel haben  Hunger. Meistens kommen sie in der Nacht und picken an den Köpfen der Leute, bis sie  wach werden im Traum und merken, dass die Düsteren aus der Hand fressen, auf den langen dunklen Erdbeeren sitzen, die noch nie in der Sonne wuchsen und nachdenken über die Gedanken der Schlafenden, die nicht wissen, ob sie wach sind oder träumen. Nur die Äpfel der durchscheinenden Schale scheinen blutrot zu leben, in dieser grau-violetten Unterwelt den Bewussten. Die schwarze Wolke bringt Neues.

 

 

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Junitrauer

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Marion Lucka: Bleistiftzeichnung “ Junitrauer“ 6 x 8 cm (2016)

Dunkle Tränen im Juni, sie fallen vom Himmel und aus den Augen. Manchmal sieht man Schmetterlinge. Sie sind selten geworden, ihre Farbe hat sie aufgelöst.

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Haltlos

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Marion Lucka: Ölgemälde „Haltlos“ 60 x 70 cm (1992)

Es wiederholt sich immer wieder, das Umkippen. Es ist wie ein Fluch. Aber das Bild vom Bild ist schon lange weg aus dem Kopf und lebt in einem schönen Haus. Die Gefühle hängen für immer in diesem farbigen Rechteck. Man kann es kaum aushalten, wenn es Leuten gefällt zu quälen. Ihr löchriges Gift und ihre spitzen Klingen  sind überflüssig. Sie sollen dort eingesperrt sein und  ihr Unwesen treiben. Außen herum ist nichts und dieses Nichts ist gut, überhaupt am besten, bis zum nächsten Bild, das kilometerweit entfernt ist und die Blicke und den Geist hineinzieht in die Farbe und Form. Dort könnte es  schöner sein. Irgentwann hat es genug gelebt in dieser Welt.

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Gelbblumige

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Gelbblumige“ 60 x 60 cm (2015)

Die „Gelbblumige“ lebt mitten im Sommer und ist jung. Gelbe Blumen haben es ihr angetan, auch blaue, diese wachsen aus dem Auschnitt des Kleides und auf der Handfläche.  Sie lächelt in den Sommer hinein. Für einige Tage bleibt er da. Ein schöner Besuch. Dann verschwindet er wieder. Der Himmel leuchtet noch bläulich, wie ihr Lieblingswasser. Die Gesichterkugeln in ihren Augenhöhlen lächeln und freuen sich auf den Herbst. Der Sommer durchdringt den Herbst und umgekehrt.

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In Stille

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Marion Lucka: Ölgemälde “ In Stille“ 80 x 80 cm (2011)

„In Stille“enstand 2011. Eine Person vergräbt ihr Gesicht in ihren gealterten, dunklen Händen und schweigt. Doch schweigen ist nicht gut für die Seele, nur wenn man weiß, dass man nicht verstanden wird. Es ist ein dreigespaltenes Gesicht. Rechts eine Frau, der ein Kakteenblatt im Mund steckt. Links ein Mann mit seltsamer Gesichtsmaske, augenlos. Was ist passiert? Der Himmel scheint mit diesem Wesen verbunden zu sein. Sie trauert im Kakteenfeld ohne Blüten, in einer violetten Welt. Der Himmel läuft durch ihren Kopf. Die Wüste ist grau. Sie war zu lange dort, eigentlich eine ganzes Leben ihrer vielen, die sie durchlebt hat. Nun ist sie traurig.

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Frau mit Sommerkorb

 

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Frau mit Sommerkorb“ 60 x 80 cm (Mai 2014)

Die „Frau mit Sommerkorb“ enstand im Mai 2014. Es war anscheinend die Vorfreude auf die warme Zeit, die dieses Bild enstehen ließ. Eine Frau schaut stolz ihre Fruchternte an: Grüne Kirschen, blaue und grüne Äpfel. Dazu wachsen Blüten mit gelben Fingern. Fische schwimmen an Land, ein großer verdeckt ihr Ohr. Nicht nur der Baum ist grün, auch die Wolken am Himmel. Braun gibt es hier nicht und wird es niemals geben.

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Stillleben in Heilgrün

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Stillleben in Heilgrün“ 50 x 60 cm (11. Juni 2016)

Es muss Grün sein, jedenfalls im Moment. Einfach mal alles in dieser Farbe entstehen lassen. Es ist gut, dass es sie gibt, diese grüne Farbe. Am liebsten in einem grasgrünen Wasser tauchen, das muss wunderschön sein, auch wenn die Sonne in grün scheinen würde. Die Blumen fühlen sich wohl in der Vase, die wie ein umgekehrter, apfelfarbener Helm aussieht. Selbst die Tischdecke ist grün, auch der Himmel im Hintergrund. Hoffentlich bleibt es noch recht lange grün. Es ändert sich wieder, wenn es muss. Das ist der Lauf der Dinge und das Interessante dabei.

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Schmerz

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Schmerz“ 90 x 90 cm (1997)

Es kommt oft und war von Anfang an da. Es kommt immer wieder, urplötzlich. Normale Dinge werden plötzlich schwer, undurchsichtig, hellsichtig. Nur Bewegung schiebt es weg, das Schmerzliche. Wasser wäscht es ab, deswegen ist es da. Das Glücklichsein spürt man nicht. Man sucht es oft vergeblich. Es ist unwesentlich. Das Hohe lieber unten lassen, den Sturz vermeiden. Worüber sollte man stehen? Über das Allerhöchste? Das ist nicht das Recht der Menschen.  Und wer will schon darüberstehn? Unsere Erde wohnt weder unten noch oben.  Mit drinnen sein im Kreis, das ist es. Wenn jeder seinen gleichen Teil in den Kreis gibt, dann wird er nicht zum kranken Ei. Wir sind alle gleich. Die Zeit ist zu schade, um über den Dingen zu stehen.

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