Kroneorange

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Marion Lucka: „Ölgemälde “ Kroneorange“ 50 x 70 cm (2015)

Manchmal braucht man eine bestimmte Farbe um sich wieder lebendig zu fühlen. Orange eignet sich dafür ausgezeichnet, wenn auch die Gedanken dadurch nicht immer beruhigt werden können. Doch diese Frau in dem kleinen Rechteck lebt in diesem orangefarben Augenblick, den sie für immer beibehalten kann. Die Zeit steht still. Die rote Apfelkette wird nie alt und faltig werden. Durch die orangegetönten Augäpfel und die rote Iris kann sie um sich herum auch alles in diesen warmen Farben sehen. Und doch bleibt sie im Grunde ihres Herzens traurig, weil sie die grauen Leute im Kopf hat, die in ihre Krone drücken. Es sind zehn und es kommen abwechselt welche dazu, oder tauschen sich aus. Manchmal sind es so viele, dass sie nicht mehr in die Krone passen. Rote Tränen fließen immer wieder.

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Herbstblutkatze

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Herbstblutkatze“ 60 x 80 cm (2015)

Die Herbstblutkatze sitzt mit durchdringendem blauen Blick an einem mit schwarzen Käfern gedeckten Tisch. Von einem Vogel, den sie längst verspeist hat, hält sie eine Feder in der Hand-Pfote, eine andere spickert im Bauch eines gemalten Mannes. Blut läuft aus ihren Jackenärmeln, die mit kleinen Knochen bestückt sind. Sie trägt die Gesichter ihrer Herrchen auf die Ärmel gemalt- eine Frau und ein Mann, die friedlich ruhen. Wahrscheinlich hat sie sie längst verspeist und trägt sie zur Erinnerung bei sich. Wer weiß? Die blutrünstige Katze – es könnte aber auch ein Kater sein – trägt auch eine Knöchelchenkette, die  vom blauen Jackenkragen hervorspitzt. Die Wolken am Himmel und der Himmel selbst haben sich schon blutig anstecken lassen. Der Boden ist sandheiß. Am Horizont sieht man abschließend weiße Knöchelchen.

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Im Juli

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Im Juli“ 100 x 100 cm (2011)

Tochter und Mutter stehen im Juli ganz in der Nähe auf einer Wiese. Verträumt, skeptisch und abwesend. Die reale Welt um sie herum hat sich in diesem Moment verwandelt. Die Burg, die vorher noch grau erschien, hat sich in eine blaue, orientalisch wirkende verwandelt. Die Formen sind weich. Im Hintergrund kann man das Meer sehen- dort sind sie eigentlich am liebsten. Bäume haben sich violett verfärbt. Margeriten bekommen gelbe Blütenblätter, ihr Mittelpunkt ist schneckenhaft-blau. Es scheint dort kühl zu sein, beide sind warm angezogen. Das Mädchen trägt einen Glücksfisch um den Hals. Hoffentlich hält dieser Zustand noch lange an.

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Pflanzenfrau

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Marion Lucka: Die „Pflanzenfrau“ entsteht…(September 2016)

Die „Pflanzenfrau“ entstand im September 2013. Oft finde ich die Kombination von grün und blau sehr anregend. Dazu würde ich niemals rot verwenden. Die Frau bekam mehrere Blüten mit aufs Bild. Jetzt schaut sie nachdenklich in die Ferne.

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Herbstplaneten

 

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Marion Lucka: Ölgemälde „Herbstplaneten“ 90 x 90 cm (2007)

Die Herbstplaneten ziehen ihre Bahnen in der windigen Sommerluft. Es gibt sie oft im Universum, hintereinander, nebeneinander und übereinander, auch ineinander. Jeder hat sein Eigenleben und ist mal heller, dann wieder dunkler. Dort leuchtet die Luft in goldenen Teilchen. Auch die Augen sind Planeten in den Planeten. Sie kamen durch ein winzig kleines Loch und verschwinden dort wieder. Man muss sie nur finden. Das eisige Wasser ist aufgetaut für die tiefen Fische, die aus Vögeln kommen und  im erdigen Boden schwimmen.

 

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Warten

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Warten“ 70 x 80 cm (Juni 2005)

Der Sommer lässt auf sich warten. Die Sonne erscheint zur Hälfte wie eine schwarze Spinne am Himmel. Durch eine dunkel-auslaufende Tür gelangt sie in den Teich, der ihr gut tut. Sie mag den frisch-grünen Apfel austrinken. Der Durst nach neuen Dingen ist groß. Ihr Rücken ist rund und schmerzhaft. Das Warten fällt ihr schlafend leichter, solange sie die saueren Äpfel genießen kann. Der Mann mit der streifigen Augenbinde liegt auf der warmen Erde. Bald ist es soweit.

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Sehnsucht nach Grün und dunklen Äpfeln

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Marion Lucka: Ölgemälde „Sehnsucht nach Grün und dunklen Äpfeln“ 100 x 100 cm (2013)

Die Frau am Baum ist traurig. Der Winter ist vorbei, aber es ist immer noch kalt. Der Huflattich blüht , die Seele ist trüb. Die dunklen Äpfel hat sie sich herbeigewünscht, hat sich damit zufrieden gegeben. Es ist halt so. Sie sind schwerer als die duftig roten. Sie hätte es wissen müssen. Sie sind wie Steine so schwer. Die zwei jenseitigen Geisterhunde bewachen sie. Ihre Augen sind leer. Aber sie können hier alles sehen in unserer Welt, die für sie rätselhaft erscheint, wie die Löcher im Weg.

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Grünblumenfrau

 

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Marion Lucka: Ölgemälde „Grünblumenfrau“ 40 x 50 cm ( Januar 2004)

Ein grünes Bild im Januar. Das gibt es auch. Die Grünblumenfrau lächelt etwas traurig in die Welt, die noch mit Schnee bedeckt ,aber trotzdem schön weiß-glitzern ist. Sie vermisst die Farben  der Natur.  Hoffentlich kommt bald der Frühling, denkt sie.  Auch ihre Augäpfel tragen Blütenblätter. Ihr Gesicht wird von grüngetönten Blütenblätter-Haaren umrahmt. Die Nase gibt den Stamm für die Blüte, die die Stirn schmückt. Dieses Ölbild habe ich an meinem Geburtstag 2004 fertiggemalt.

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Im Sommergarten

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Marion Lucka: Ölgemälde „Im Sommergarten“ 50 x 60 cm (1994)

Es ist heiß, sehr heiß. Der Sommergarten brennt durch seine Farben. Die erhitzte Frau brütet in einem Blumenkelch Zwillingsvögel aus. Sie läßt dabei Ihr Haar in der lauen Luft schweben. Der Baum, der eine Brücke entstehen lässt, brennt innerlich durch einen heißen Fisch, über ihm tanzen zwei Planeten. Andere erwärmte Fische schwimmen im trockenen Gras. Auf einem Ast erhebt ein Vogel fröhlich seine Flügel, bereit zum Flug durch die schöne Welt des erwärmenden Gartens, der zugänglich ist für jeden. Oft vermisse ich dieses Bild…

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Melancholie

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Marion Lucka: Acrylgemälde “ Melancholie“ 60 x 80 cm (1996)

Die grüne Zeit  lässt alles erträglicher erscheinen. Die Frau wirkt abwesend, in ihrer alten Welt versunken. Sie will für immer dort bleiben. Die Zeit steht still. Keine Entwicklung. Es gibt weder Vergangenheit noch Zukunft. Die großen Nägel, die sich in ihre Brust bohren, bleiben stecken. Es tut auch nicht weh. Es ist einfach. Ihre Haare wachsen aus dem Kopf, die Kopfhaut erscheint kahl. Sie schaut sehr traurig in dem stehengebliebenen Moment, fast hypnotisiert. Es wäre gut, wenn die Zeit weiterläuft. Das grüne Leben hält für sie noch viele Momente zum Anhalten bereit.

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