Sehnsucht nach Grün und dunklen Äpfeln

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Marion Lucka: Ölgemälde „Sehnsucht nach Grün und dunklen Äpfeln“ 100 x 100 cm (2013)

Die Frau am Baum ist traurig. Der Winter ist vorbei, aber es ist immer noch kalt. Der Huflattich blüht , die Seele ist trüb. Die dunklen Äpfel hat sie sich herbeigewünscht, hat sich damit zufrieden gegeben. Es ist halt so. Sie sind schwerer als die duftig roten. Sie hätte es wissen müssen. Sie sind wie Steine so schwer. Die zwei jenseitigen Geisterhunde bewachen sie. Ihre Augen sind leer. Aber sie können hier alles sehen in unserer Welt, die für sie rätselhaft erscheint, wie die Löcher im Weg.

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Grünblumenfrau

 

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Marion Lucka: Ölgemälde „Grünblumenfrau“ 40 x 50 cm ( Januar 2004)

Ein grünes Bild im Januar. Das gibt es auch. Die Grünblumenfrau lächelt etwas traurig in die Welt, die noch mit Schnee bedeckt ,aber trotzdem schön weiß-glitzern ist. Sie vermisst die Farben  der Natur.  Hoffentlich kommt bald der Frühling, denkt sie.  Auch ihre Augäpfel tragen Blütenblätter. Ihr Gesicht wird von grüngetönten Blütenblätter-Haaren umrahmt. Die Nase gibt den Stamm für die Blüte, die die Stirn schmückt. Dieses Ölbild habe ich an meinem Geburtstag 2004 fertiggemalt.

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Im Sommergarten

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Marion Lucka: Ölgemälde „Im Sommergarten“ 50 x 60 cm (1994)

Es ist heiß, sehr heiß. Der Sommergarten brennt durch seine Farben. Die erhitzte Frau brütet in einem Blumenkelch Zwillingsvögel aus. Sie läßt dabei Ihr Haar in der lauen Luft schweben. Der Baum, der eine Brücke entstehen lässt, brennt innerlich durch einen heißen Fisch, über ihm tanzen zwei Planeten. Andere erwärmte Fische schwimmen im trockenen Gras. Auf einem Ast erhebt ein Vogel fröhlich seine Flügel, bereit zum Flug durch die schöne Welt des erwärmenden Gartens, der zugänglich ist für jeden. Oft vermisse ich dieses Bild…

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Melancholie

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Marion Lucka: Acrylgemälde “ Melancholie“ 60 x 80 cm (1996)

Die grüne Zeit  lässt alles erträglicher erscheinen. Die Frau wirkt abwesend, in ihrer alten Welt versunken. Sie will für immer dort bleiben. Die Zeit steht still. Keine Entwicklung. Es gibt weder Vergangenheit noch Zukunft. Die großen Nägel, die sich in ihre Brust bohren, bleiben stecken. Es tut auch nicht weh. Es ist einfach. Ihre Haare wachsen aus dem Kopf, die Kopfhaut erscheint kahl. Sie schaut sehr traurig in dem stehengebliebenen Moment, fast hypnotisiert. Es wäre gut, wenn die Zeit weiterläuft. Das grüne Leben hält für sie noch viele Momente zum Anhalten bereit.

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Sommeranfang

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Gestern hat der Sommer 2016 begonnen. Die grün-blaue Zeit ist da.

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Marion Lucka (22. Juni 2016)

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Weiße Schlange

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Weiße Schlange“ 80 x 100 cm (1993)

Die weiße Schlange beschützt ihren Baum über- und unter Wasser. Eine Treppe führt zum großen Stern und zurück. Man kann dorthin schlafwandeln. Ein Mann beschwört abwechselnd ein weiß- und ein schwarz brennendes Feuer. Die Hörkugeln nehmen jede kleinste Schwingung auf. Es ist laut und leise zugleich in dieser orange-blauen Welt.

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Düstervögel und Obst

 

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Düstervögel und Obst“ 100 x 100 cm (2016)

Die düsteren Vögel haben  Hunger. Meistens kommen sie in der Nacht und picken an den Köpfen der Leute, bis sie  wach werden im Traum und merken, dass die Düsteren aus der Hand fressen, auf den langen dunklen Erdbeeren sitzen, die noch nie in der Sonne wuchsen und nachdenken über die Gedanken der Schlafenden, die nicht wissen, ob sie wach sind oder träumen. Nur die Äpfel der durchscheinenden Schale scheinen blutrot zu leben, in dieser grau-violetten Unterwelt den Bewussten. Die schwarze Wolke bringt Neues.

 

 

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Junitrauer

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Marion Lucka: Bleistiftzeichnung “ Junitrauer“ 6 x 8 cm (2016)

Dunkle Tränen im Juni, sie fallen vom Himmel und aus den Augen. Manchmal sieht man Schmetterlinge. Sie sind selten geworden, ihre Farbe hat sie aufgelöst.

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Haltlos

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Marion Lucka: Ölgemälde „Haltlos“ 60 x 70 cm (1992)

Es wiederholt sich immer wieder, das Umkippen. Es ist wie ein Fluch. Aber das Bild vom Bild ist schon lange weg aus dem Kopf und lebt in einem schönen Haus. Die Gefühle hängen für immer in diesem farbigen Rechteck. Man kann es kaum aushalten, wenn es Leuten gefällt zu quälen. Ihr löchriges Gift und ihre spitzen Klingen  sind überflüssig. Sie sollen dort eingesperrt sein und  ihr Unwesen treiben. Außen herum ist nichts und dieses Nichts ist gut, überhaupt am besten, bis zum nächsten Bild, das kilometerweit entfernt ist und die Blicke und den Geist hineinzieht in die Farbe und Form. Dort könnte es  schöner sein. Irgentwann hat es genug gelebt in dieser Welt.

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Gelbblumige

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Gelbblumige“ 60 x 60 cm (2015)

Die „Gelbblumige“ lebt mitten im Sommer und ist jung. Gelbe Blumen haben es ihr angetan, auch blaue, diese wachsen aus dem Auschnitt des Kleides und auf der Handfläche.  Sie lächelt in den Sommer hinein. Für einige Tage bleibt er da. Ein schöner Besuch. Dann verschwindet er wieder. Der Himmel leuchtet noch bläulich, wie ihr Lieblingswasser. Die Gesichterkugeln in ihren Augenhöhlen lächeln und freuen sich auf den Herbst. Der Sommer durchdringt den Herbst und umgekehrt.

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