Frau mit Hut und Maske

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Marion Lucka: Ölgemälde „Frau mit Hut und Maske“ 60 x 80 cm (2009)

Der Sommer geht, die Gedanken bleiben. Sie wirft Blumen mit Wurzeln, die Augen und die Tönung ihrer Haare haben, in ihren Hut.  Das durchlässige Tuch um ihren Körper schützt sie nicht vor den Blicken, die wehtun. Ihre Haare sind rotbraun und lassen den Herbst erahnen, auch die blaugraue Farbgebung des Gesamten. Sie tut so als ob alles an ihr vorbeigeht. Die dunkelblaue Maske lässt sie noch gut erkennen. Sie erscheint mehr als Schmuck, nicht zum Verstecken. Jeder kann sie anschauen, nur sie schaut weg.

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Baumdemut

 

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Baumdemut“ 60 x 80 cm (2012)

Eine Frau steht mit geschlossenen Augen an ihrem Lieblingsbaum. Er trägt grüne Tränen als Blätter. Sie kullern der Frau über die Haare, färben sie grün. Auch in einem gelbgrünen Teich schwimmen sie über dem Wasser. Die Frau spricht still mit dem Baum. Die Buchstaben steigen in ihrem Bauch hoch, nur verständlich für ihren Freund, den Baum.

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Schweigende

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Marion Lucka: Ölgemälde „Schweigende“ 60 x 80 cm (2009)

Stille tut gut in ihrer Welt. Nichts wird geredet, nichts Schlechtes, nichts Gutes. Alles ist neutral. So wie es ursprünglich war. So ist es beruhigend, harmonisierend und regungslos. Sie hat die alten Knöpfe der Erinnerung an ihr Kleid genäht, dort hängen sie gut, für immer verschwunden. In der Ferne haben sich Bergpärchen zusammengeklammert. Sie hat überlegend einen Finger an die roten Lippen gelegt. Ihr roter Zopf hängt mit lachendem Ende am Oberkörper herunter. Ihr uraltes Kleid mag sie am liebsten. Damit fühlt sie sich  sicher, auch mit dem hellen Tuch und den spitzen schwarzen Fingernägeln.

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Mächtige

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Mächtige“ 70 x 100 cm (2007)

Die Mächtige lässt sich selten blicken. Manchmal steht sie im Raum und kann durch nichts erschüttert werden, später erscheint sie eher scheu und schüchtern. Machmal will sie das verstecken und versucht mit einem Stab in der Hand die Leute rings herum auf Abstand zu halten. Zwei traurige Geister schlafen im Vorhang. Ein Nachtvogel schaut zum Fenster herein. Ein Blumentopf schwebt im Zimmer. Der Tisch, auf dem sie sich abstützt ist sehr alt, wie sie selber. Ihr Kleid löst sich teilweise in Wolken auf. Am Hinterteil wächst ein Flügel. Die Ärmel sind mit Augen belagert, die versuchen alles unter Kontrolle zu halten. Im Grunde ist sie ein Hingespinst welches auch gesehen und wahrgenommen werden will. Die dunklen Handschuhe trägt sie selbst im Sommer, weil sie nicht will, dass sie Haut ihrer Hände berührt wird.

 

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Dunkle mit Blaublumen

 

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Dunkle mit Blaublumen“ 80 x 100 cm (2016)

Die dunkle Frau schaut etwas traurig , scheu und müde. Der Sommer ist vorbei. Zur Erinnerung hat sie sich viele Blaublumen, die eigenlich aus Meerwasser bestehen gepflügt. Am Horizot geht eine andere grünliche Sonne auf. Davor wachsen Blaublumen wie Bäume. Auf der Hand trägt sie Spuren vom blauen Wasser. Lose Blätter liegen wie eine Kette um ihren Hals.

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Stillleben mit Fischvase

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Stillleben mit Fischvase“ 70 x 70 xm (2015)

Ein  lächelnder mit gelb-türkis-violetten Schuppen bedeckter Fisch schaut nach unten. Er steht auf einer streifigen Decke,   mit zwei Antennenbäumchen, die eine Landschaft ergibt. Seine Schwanzflosse ist nach oben geöffnet. Aus der Öffnung wachsen verrückte Blumen mit Antennenblättern, die eigentlich einen Kopf mit zwei Gesichtern bilden. Die Blütenböden sehen aus wie Augen mit kleiner Pupille und großer Iris. Eine Seite erscheint friedlich, obwohl eine blaue Zunge hervorspringt, die andere schaut grimmig und wird von einem Landschaftshund angestupst.

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Im Herbstgarten

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Im Herbstgarten“ 75 x 85 cm (2003)

Eine Mutter schaut liebevoll auf ihr Kind im Herbstgarten. Die schönste Zeit im Leben hat begonnen. Die Farben sind dunkel-warm. Das Kind schwebt vor ihr. Am linken Arm trägt es einen Flügel. Um den Kopf schwimmen schützend zwei Fische.

 

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Roter Katzenkopf

 

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Roter Katzenkopf“ 70 x 70 cm (2016)

Beim großen roten Katzenkopf spielt eine kleine Mieze auf der Nase der Katzenmutter Flöte. Ihre Ohren hören noch besser, weil zwei kleine Männchen dort sitzen, ihr Kinn liegt auf den Augen, wie auf einem kleinen grauen See. Aufmerksam hören sie dem Klang der Flöte zu. Sie hat auch drei Münder und sehr viel Hunger. Im Hals stecken zwei schwarze Augäpfel, die alles beobachten.

 

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Weiße Träne

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Weiße Träne“ 50 x 50 cm (2016)

Eine weiße Träne fließt aus ihren Augen. Alles erscheint friedlich. Aber es ist nicht so. Die Träne hat die Form eines kleinen Totenkopfes. Ihre Vorstellung von Harmonie ist gestört. Der Himmel hinter ihr ist bedrohlich dunkel und kommt immer näher. Sie sucht eine Verbindung nach Oben. Ihr Kopf ist bereit, die Kopfhaut nackt und empfindsam. Die Haare an den beiden Kopfseiten gleichen moosgrünen Flügeln. Sie würde am liebsten davonfliegen. Im Moment ist vieles traurig unter den Menschen, besonders die Gefühlskälte. Die kleinen Tränentotenköpfe rollern weiter den Berg hinab. Sie wartet durchblickend was kommt.

 

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Blumentraurige

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Marion Lucka: Ölgemälde “ Blumentraurige“ 60 x 80 cm (2015)

Die Blumentraurige schaut traurig-versunken auf eine weiße Vase mit Blumen, die sie an den letzten Sommer erinnern. Es war auch immer wieder Schmerzliches dabei. Alles wird wieder übertönt mit Neuem. Doch manchmal ist das Gefäß wieder voll und das  Blut der Gedanken tropft heraus, auch aus dem Körper. Es sammelt sich unter der Tischdecke und wird zum kleinen Meer, das durch die schwarzen Löcher in den Wänden wieder verschwindet.

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